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Existenzssanierung
 
Von: Andrea Hahnemann

 
"Wer kämpft kann verlieren - wer nicht kämpft, hat schon verloren!"
(Henry Ford)

 
Auf dem gegenwärtig hart umkämpften Wirtschaftsmarkt kann ein Unternehmen schnell und oft unverschuldet in finanzielle Probleme geraten. Schnellstmöglich müssen dann Sanierungsmaßnahmen eingeleitet werden, um das Unternehmen zu erhalten und die drohende Insolvenz abzuwenden.
 
In vielen Unternehmen wird dieser Zeitpunkt schlichtweg verpasst: Teils aus Scham, weil der Unternehmer das Gefühl hat versagt zu haben, aber auch aus Unwissenheit, weil der Unternehmer meint, externe Hilfe nicht bezahlen zu können.
 
Unternehmensberatungen können bis zu 40 % des Rechnungsbetrages mit maximal 1.500 € durch staatliche Mittel gefördert werden, in einigen Bundesländern gibt es zusätzlich auch Fördermöglichkeiten durch das RKW.
 
Aufgabe eines qualifizierten und erfahrenen Beraters sollte es sein, einen Leitfaden für den Weg aus der Krisensituation zu einem erfolgreichen Unternehmen zu entwickeln und die Umsetzung dann auch zu begleiten. Alle vorhandenen Kräfte im Unternehmen müssen dazu mit eingebunden werden. Also: Keine Sanierungskonzeption vom Schreibtisch des Beraters, die nur der Unternehmer kennt, sondern ein gemeinsamer Weg mit allen Mitarbeitern, Führungskräften, Banken, Versicherungen, Steuerberatern und Gläubigern.
 
1. Schritt: Krisenursachenanalyse
 
Die Ist-Situation des Unternehmens und die Ursachen für die Krisensituation müssen ermittelt werden. Dazu gehört sowohl die zahlenmäßige Aufbereitung des Soll-Ist-Standes, als auch die Befragung der Beteiligten zu den Ursachen.
 
Die Ursachen sollten unter vier Gesichtpunkten beurteilt werden:
 
    a) Management
    b) Liquidität
    c) Rentabilität
    d) Sonstiges
 
Für diesen Schritt sollte ein großes Zeitfenster eingeplant werden.
 
2. Schritt: Analyse des Stärkepotentials
 
Die meisten Sanierungen bestehen aus Kosteneinsparungen, einhergehend mit Personalentlassungen und Verkauf von Investitionsgütern. Dies ist sicherlich in manchen Fällen nicht zu umgehen. Doch warum nicht einmal andere Wege gehen?
  • Welche Stärken hat das Unternehmen bisher gehabt?
  • Welche Ideen haben die Mitarbeiter?
  • Welche Marktnische könnte mit dem vorhandenen Potenzial erobert werden?
  • Wie viel Mehrumsatz braucht das Unternehmen, um wieder rentabel zu arbeiten?
  • Beteiligungsmodelle zur Liquiditätsüberbrückung und Erfolgsbeteiligung sind zu prüfen.
  • Wie ist das Unternehmen am Markt positioniert?
  • Welche Zielgruppen können bedient werden und welche könnten in Zukunft gewonnen werden?
3. Schritt: Leitbild des sanierten Unternehmen
 
Ziel: Die Vision von einem erfolgreichen Unternehmen entwickeln und den Beteiligten vorstellen.
 
4. Schritt: Zielbestimmung mit Festlegung der Verantwortlichkeiten
 
In diesem Schritt sollen die gangbaren Visionen in konkrete Ziele nach den Möglichkeiten des Unternehmens umgesetzt werden. Für die Umsetzung sind Verantwortliche zu benennen. Oberste Priorität haben dabei Umsatzsteigerung und Liquiditätssicherung.
 
Außerdem wichtig: Alle Beteiligte mit den Zielen und dem Ablauf vertraut machen und deren Zustimmung einholen. Dazu gehört auch das Coaching im Führungs- und Mitarbeiterbereich.
 
5. Schritt: Controlling
 
Aufgabe des Beraters ist hier, das Controllingsystem auf die neuen Gegebenheiten im Unternehmen anzupassen, Kontrollabschnitte festzulegen und zu festgelegten Zeitpunkten gemeinsam mit allen Beteiligten auszuwerten.

 
Andrea Hahnemann
Unternehmensberatung und
Managementservice Hahnemann