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EU-Förderung für kleine und mittlere Unternehmen
 
Von: Peter Wolfmeyer

 
Einführung: Der generelle Fördergedanke der EU
 
Die Europäische Union gewährt kleinen und mittleren Unternehmen, KMU, über unterschiedlichste Förderprogramme finanzielle Unterstützungsleistungen. Sind die Programme speziell auf die KMU zugeschnitten, dürfen diese nicht mehr als 250 Beschäftigte und einen Jahresumsatz von 50 Millionen Euro oder eine Bilanzsumme von 43 Millionen Euro nicht überschreiten. Unabhängig von der Firmengröße gilt: Nahezu alle Förderprogramme setzen eine Zusammenarbeit mit ausländischen Partnern voraus.
 
Förderung kann und will den Unternehmern Risikobereitschaft, Verantwortung und Eigeninitiative nicht abnehmen. Sie kann aber Unterstützung in schwierigen oder besonders wichtigen Unternehmensetappen geben und das Risiko bei grundlegenden Innovationen und Wachstumssprüngen mindern.
 
EU-Fördermaßnahmen bzw. -programme verfolgen unterschiedliche Ziel. So unterstützen sie Unternehmen mit Fördermitteln, forcieren die gemeinschaftliche Strukturpolitik oder finanzieren kompetente Beratungsnetzwerke.
 

 
1. Förderprogramme
 
1.1 Das 7. Forschungsrahmenprogramm
 
Das wichtigste Förderinstrument im Bereich Forschung ist das von 2007 bis 2013 laufende 7. Forschungsrahmenprogramm (7. FRP) das einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung des europäischen Forschungsraums leisten soll. Neben der Möglichkeit für KMU, sich über Ausschreibungen in den zehn Themenbereichen (zum Beispiel Informations- und Kommunikationstechnologien, Energie, Verkehr etc.) zu beteiligen, gibt es auch ein spezifisches branchenübergreifendes Programm für KMU namens "Forschung für KMU". Hier werden Forschungsprojekte in beliebigen Technologiefeldern gefördert, in denen KMU länderübergreifend mit Forschungseinrichtungen kooperieren. Für jeden Bereich des 7. FRP gibt es so genannte Nationale Kontaktstellen, die in der Regel bei nationalen Projektträgern angesiedelt sind und Interessenten, Antragstellern oder Projektdurchführenden als zentrale Anlaufstelle dienen (www.forschungsrahmenprogramm.de).
 
Ansprechpartner für die KMU-spezifischen Maßnahmen im 7. FRP ist die Nationale Kontaktstelle KMU bei der ZENIT GmbH (www.nks-kmu.de).
 
1.2 EuroStars
 
Im Oktober 2007 fiel der Startschuss für das Förderprogramm Eurostars, einer gemeinsamen Initiative der europäischen Forschungsinitiative EUREKA und der Europäischer Kommission. Ziel von Eurostars ist es, aktiv forschende kleine und mittlere Unternehmen verstärkt für europäische F&E-Kooperationen im Rahmen von EUREKA zu gewinnen.
 
Eurostars richtet sich an KMU, die mindestens zehn Prozent ihres Umsatzes in Forschung und Entwicklung investieren oder mindestens zehn Prozent ihrer Belegschaft im F&E-Bereich beschäftigen. Das Programm ist über eine Gesamtlaufzeit von sechs Jahren mit 400 Millionen Euro ausgestattet (www.eurostars-eureka.eu).
 
1.3 Das EU-Rahmenprogramm für Wettbewerbsfähigkeit und Innovation, CIP
 
Das Rahmenprogramm für Wettbewerbsfähigkeit und Innovation, Competitiveness and Innovation Programme, bündelt die auf die Wirtschaft und insbesondere auf kleine und mittlere Unternehmen ausgerichteten Fördermaßnahmen, die sich nicht mit den Bereichen Forschung und Entwicklung beschäftigen. Mit den Aktivitäten im CIP sollen Innovationen schneller die Märkte erreichen.
 
Daher stehen die Mobilisierung von Finanzmitteln, die Förderung von Demonstrationsvorhaben und Markteinführungen in ausgewählten Bereichen, der Ausbau von Netzwerken sowie die Schaffung unternehmensfreundlicher Rahmenbedingungen im Vordergrund
 
Das CIP besteht aus drei Säulen:
  • Das Programm für unternehmerische Initiative und Innovation fasst die Maßnahmen
    zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für Innovationen aus den Unternehmen zusammen (http://www.frp.nrw.de/frp/de/rp/cip/uii/)

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  • Das Programm zur Unterstützung der Politik im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) fördert internetbasierte Informationsangebote
    und Informationsdienste, auch im öffentlichen und Verwaltungsbereich (http://econtent.zenit.de/CIP_ICT/index.html)

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  • Das Programm Intelligente Energie Europa unterstützt Aufklärungs- Verbreitungs-
    und Qualifizierungsmaßnahmen für innovative Technologien im Bereich erneuerbare Energie und effiziente Energieverwendung
    (www.fz-juelich.de/ptj/intelligente-energie-europa/)

 
2. EU-Strukturfonds
 
Die Strukturfonds sind das finanziell bedeutendste Förderinstrument der EU für Regionen. Um die Ziele der europäischen Strukturpolitik (Konvergenz, Wettbewerbsfähigkeit, Beschäftigung und Zusammenarbeit) zu erreichen, stehen in den Jahren 2007 bis 2013 rund 336 Mrd. Euro zur Verfügung. Ein Großteil dieser Mittel entfällt auf wirtschaftlich und beschäftigungspolitisch rückständige Länder und Regionen, jedoch erhält auch Deutschland über die EU-Fonds zur regionalen Entwicklung (EFRE), die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) und den Europäischen Sozialfonds erhebliche Mittel aus Brüssel.
 
Eine direkte Beantragung von Fördermitteln bei der EU ist für Unternehmen nicht möglich. Die EU-Mittel der Strukturfonds fließen mittelbar in Programme des Bundes bzw. der Bundesländer, die später für Antragsteller offen stehen. Internationale Partnerschaften sind dabei in der Regel nicht vorgesehen. Die Antragstellung erfolgt direkt über eigens eingerichtete regionale oder nationale Verwaltungsbehörden oder Banken. Auskunft über Programme, Projektträger und Antragswege gibt die Förderdatenbank des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (www.foerderdatenbank.de).
 

 
3. Enterprise Europe Network, das neue EU-Beratungsnetzwerk
 
Große Hilfe auch für kleine Unternehmen verspricht sich die EU-Kommission mit der im Frühjahr 2008 beendeten Umstellung ihrer Beratungsstruktur. 554 Partner in 41 Ländern mit 4.000 Experten in rund 600 Organisationen stehen im "Enterprise Europe Network" bereit, um insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen dabei zu helfen, ihr Potenzial und ihre Innovationskraft richtig auszuschöpfen.
 
"Das von der EU geschaffene neue Netzwerk wird hochwertige und kosteneffektive Dienstleistungen anbieten und dazu beitragen, diese Unternehmen wettbewerbsfähiger zu machen", so der für Unternehmens- und Industriepolitik zuständige EU-Kommissar Günter Verheugen. Dreizehn Konsortien werden bundesweit dafür sorgen, die dazu notwendigen Leistungen zu erbringen. "Wer seine Chancen in Europa nicht nutzt, verspielt wichtige Zukunftschancen seines Unternehmens", so der eindringliche Appell des nordrhein-westfälischen Europaministers Andreas Krautscheid bei der Vorstellung des für Nordrhein-Westfalen zuständigen, aus der ZENIT GmbH und der NRW.BANK bestehenden Konsortiums Anfang Mai in Düsseldorf.
 
Das Enterprise Europe Network bietet Unternehmen Informationen über den Binnenmarkt, Marktzugangsbedingungen in anderen EU-Ländern oder den Stand der Rechtssetzung in der EU und den Mitgliedstaaten. Es hilft beim Zugang zu neuen internationalen Märkten durch Beratung, Information und Hilfestellung bei der Suche nach Kooperationspartnern sowohl im kommerziellen als auch im technologisch innovativen Bereich. Für Innovationen bietet es nicht nur Unterstützung beim Transfer von Technologien und Wissen zu anderen europäischen Partnern, sondern auch beim Zugang zu Projekten im 7. FRP.
 
Alle deutschen Netzwerke:
http://www.enterprise-europe-network.ec.europa.eu/countries/germany_en.htm
 

 
Peter Wolfmeyer